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Picture by cocoparisienne

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In diesem Artikel geht es, aufgrund des Titels, nicht um Poker.

Zu beschreiben wäre der nachfolgende Text eher mit

„Ganz oder Garnicht“, „Alles oder Nichts“.

Denn eine gute, vielleicht sogar lebenslange Beziehung zwischen Lebenspartnern beruht zum Großteil auf Vertrauen.

Können wir unserem Partner oder unserer Partnerin nach einiger Zeit blind in jeder Lebenssituation vertrauen, dann ist ein Grundstein gelegt, auf dem sich eine solide Beziehung aufbauen lässt.

Natürlich ist Beziehung nicht gleich Beziehung.

Aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit treffen wir im Laufe unseres Lebens zumindest ein Mal auf unseren potentiellen Lebensgefährten. Ob wir ihn zu diesem Zeitpunkt dann auch als den solchen erkennen, ist eine ganz andere Frage 😀

Engagement Beruf und Privatleben

Wie handhaben wir denn im beruflichen Bereich wichtige Situationen?

Wenn die Firma etwas unbedingt erreichen will, dann ist es meist gern gesehen, wenn (vielleicht auch unbezahlte) Überstunden gemacht werden und alle sich nur noch mit dem einen Ziel beschäftigen: den „Deal“ oder das Projekt bestmöglich, also mit einer win-win-Situation abzuschließen.

Zu diesem Zweck gehen, meist hierarchisch angeordnet, alle Angestellten „all in“. Hier wird die Meinung vertreten, dass nur mit maximalem Engagement aller, über teilweise mehrere Monate am Stück das Ziel erreicht werden kann.

Grundsätzlich ist dieser Ansatz richtig.

Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir mit allen Ressourcen „all-in“ gehen, ansonsten ist ein Verfehlen dieses Ziels nicht ausgeschlossen.

Und wie sieht die Situation nun aus, wenn wir uns um unsere persönliche Beziehung kümmern?

Oftmals wird, wenn überhaupt, eine zwischenmenschliche, partnerschaftliche Beziehung nur in den ersten Wochen oder Monaten priorisiert behandelt, danach flacht, meist auf der männlichen Seite, das Engagement massiv ab und die Partnerschaft wird schon sehr früh als selbstverständlich angesehen.

Diese These untermauern unterschiedliche Aussagen zu einer Umfrage aus dem Jahr 2016 von über 2000 Bundesbürgern.

Mehr als 43% der in einer Partnerschaft lebenden sagen, dass sie in der Partnerschaft viel Zeit für sich selbst benötigen, um ihren Interessen nach zu gehen.

34,5 % der Befragten geben an, dass sie auch Urlaub ohne ihren Lebenspartner machen würden (sh. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/828946/umfrage/umfrage-zu-einstellungen-zum-thema-partnerschaft-von-frauen-und-maennern/).

Du kannst natürlich deine Beziehung absolut so gestalten und führen, wie du es für richtig hältst.

Es ist auch absolut wichtig, dass jedes Paar seine Beziehung so führt, wie es für diese beiden Personen am besten ist.

Allerdings gibt es, meiner Meinung nach, gewisse Voraussetzungen, eine glückliche und langfristige Beziehung zu führen. Solange beide Seiten zu möglichst gleichen Teilen diese Voraussetzungen einhalten und eine Beziehung auf Augenhöhe führen, steht einer Lebenspartnerschaft nichts mehr im Weg.

Der Eine / die Eine

Meines Erachtens sollten wir immer mit unserer partnerschaftlichen Beziehung „all-in“ gehen. Denn wenn wir spüren, dass wir mit dem Menschen, den wir sehr lieben, unser ganzes Leben verbringen, also ggf. auch gemeinsame Kinder in ihr Leben begleiten könnten, dann sollten wir weiterhin „all-in“ gehen. Das soll keineswegs in dauerhaften Stress ausarten. Oftmals ist es schon vollkommen ausreichend, dem Partner in der Freizeit seine volle Aufmerksamkeit zu schenken und empathisch in der Beziehung zu agieren.

Was wäre denn nun ein Schritt, hin zur gleichberechtigten Beziehung auf Augenhöhe, in der sich kein Partner dem anderen gegenüber unterlegen fühlen muss?

In einem meiner letzten Artikel (https://www.beermanncoaching.de/vertrauen-in-der-partnerschaft-und-der-lange-kurze-weg-dahin/) habe ich beschrieben, wie in der Partnerschaft das Vertrauen erlangt und gefestigt werden kann.

In diesem Blogbeitrag habe ich auch schon erwähnt, dass sehr oft das Geld ein großer, negativer Faktor in den Beziehungen darstellt. Oder zumindest aufgrund eines massiven finanziellen Gleichgewichtes sich oftmals die Frau benachteiligt und nicht auf Augenhöhe behandelt fühlt.

Frauen werden finanziell benachteiligt

Auch in meiner Familie war in meiner Kindheit das Geld stets Dreh- und Angelpunkt der täglichen Stimmung. Auch heute noch ist das Einkommen der Frauen oftmals deutlich niedriger, als das der Männer. Sogar dann, wenn beide in der gleichen Firma den gleichen Job bekleiden. Dieser Unterschied liegt, wirklich kaum zu glauben, bei über 22% des Bruttoverdienstes (sh. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/VerdiensteVerdienstunterschiede/Tabellen/GPG_Arbeitsplatz.html). Frauen verdienen also nachweislich im Schnitt 22% weniger als ihre männlichen Kollegen, bei gleicher Arbeit.

Ein starkes Ungleichgewicht besteht auch bei den Menschen ohne eigenes Einkommen. Es hatten, im Jahr 2017, doppelt so viele Frauen als Männer in Deutschland kein eigenes Einkommen (Frauen 13,1, Männer 6,5 Prozent) (sh. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/290399/umfrage/umfrage-in-deutschland-zum-einkommen-von-frauen-und-maennern/).

Und auch meine Frau Anna hatte damals, als wir uns damals kennen gelernt haben, keine feste Anstellung. Das soll aber auch nicht heissen, dass sie sich nicht durch Ferienjobs als Schülerin ihren Führerschein und ihr erstes Auto erarbeitet hatte.

Wir standen jedenfalls nach dem Zusammenziehen vor der Frage, wie wir unsere finanziellen Mittel zukünftig handhaben.

Und hier galt damals schon mein Lebensmotto:

Ganz oder gar nicht.

Also haben wir ein gemeinsames Konto bei einer Bank eröffnet, auf das jeder von uns die gleichen Berechtigungen ausgestellt bekommen hat.

So befanden wir uns auf Augenhöhe, obwohl Anna, auch nach ihrer Ausbildung und Festanstellung deutlich weniger Bruttoverdienst aufwies wie ich.

Uns ging es aber immer darum, den Partner / die Partnerin für’s Leben zu finden.

Also hatten wir jetzt ein gemeinsames Konto, von dem jeder gleichberechtigt verfügen konnte.

Gemeinsame Kontoführung

Wie läuft das mit dem Konto genau ab?

Solltet ihr z.B. eine Onlinebank nutzen wollen, durchlauft ihr zuerst ein ID-Verfahren, bei dem ihr meist per onlineID über eine App auf dem Smartphone mit eurem Bundespersonalausweis authentifiziert werdet.

Dann füllt ihr die benötigten Unterlagen aus, schickt sie per Post oder Mail (je nach Bank) an die entsprechende Adresse.

Danach kommen die Debit- und Kreditkarten für das meist kostenfreie Konto zu euch nach Hause.

Ab diesem Moment können hier alle Einnahmen und Ausgaben zusammenlaufen und meist bieten euch die Banken heute sogar per App sehr sichere Möglichkeiten (z.B. Touch- + FaceID), euer Konto etc. mobil zu verwalten.

Kurz gesagt, es gibt heute aus technischer Sicht keinen Grund mehr, kein gemeinsames Bankkonto zu führen.

In einer guten Beziehung überwiegt das WIR. Es ist dann UNSER Konto und UNSER verfügbares Geld pro Monat.

Bei einer sehr guten, gleichberechtigten und harmonischen Beziehung ist auch das gemeinsame Bankkonto vorhanden.

Ebenso gehört der gemeinsame Urlaub zu einer derartigen Partnerschaft, auch wenn hier der Mann den Großteil des Reisepreises von seinem Verdienst beisteuert.

Einerseits sollte der finanziell stärkere Partner hier der Partnerin selbstverständlich unter die Arme greifen.

Andererseits braucht die Partnerin keinesfalls irgendwelchen schlechten Gefühle oder negative Gedanken diesbezüglich zu entwickeln. Wir haben ja gesehen, dass oftmals sogar bei gleicher Arbeit der Bruttolohn der Frau deutlich unter dem des Mannes liegt und zwar um 22% darunter.

Gehst du in deiner Beziehung „all-in“?

Wie sieht es in deiner Bekanntschaft oder direkt in deiner Beziehung aus mit der gemeinsamen Kontoführung?

Schreib’ mir gern deine Erfahrungen in einem Kommentar, ich freue mich sehr auf dich 😊

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